Nur zweieinhalb Autostunden trennen Washington, D.C. von Piedmont, West Virginia – und doch liegen zwischen den beiden Orten kulturelle Welten. In der liberalen Hauptstadt sitzt der Schock über Trump 2.0 tief: Viele Behördenmitarbeiter fürchten um Job, Rechte und die Demokratie. Im "Coal Country" dagegen gilt Donald Trump als letzte Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung. Kohlezüge rumpeln zwar noch durch den Ort, Fabrikhallen stehen aber leer, Drogenprobleme erschüttern die Gemeinschaft. Und trotzdem gibt es hier eine enorme Resilienz.
Die Dokumentationbeobachtet beide Orte ein Jahr lang. Und schaut dabei, wie Trumps erneute Präsidentschaft in gegensätzlichen Realitäten ankommt. In D.C. setzt der Guerilla-Video-Künstler Robin Bell mit nächtlichen Projektionen Zeichen des Widerstands – "TRUMP TAG 1: NEVER GIVE IN, NEVER GIVE UP". Er wird zum Seismographen für die Freiheit der Meinungsäußerung. In Piedmont trifft das Kamerateam den Ex-Justizvollzugsbeamten und Pastor Dave Cowan: gläubig, pragmatisch, geprägt von Abstiegsangst – und voller Erwartungen, dass sich "endlich etwas ändert". Zwischen Bangen und Hoffnung, Protest und Loyalität, Machtzentrum und vergessenen Regionen entsteht ein Porträt der USA im Ausnahmezustand. Was passiert, wenn krude politische Versprechen auf den Alltag prallen – in einer Zeit innenpolitischer Eskalationen und außenpolitischer Tabubrüche? Gedreht nah an den Menschen und ergänzt durch Stimmen aus Geschichts- und Demokratieforschung sowie der christlich-konservativen Bewegung führt die Reise bis zum "Tag 365" – und lässt erahnen, was da noch alles kommt.
Dokumentation (D/USA 2026, 52 Min)
Video verfügbar bis zum 12/07/2026




