Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine und ihren westlichen Unterstützern hat eine neue Phase erreicht. Der Ökonom und Spitzendiplomat Jeffrey Sachs sieht die Zuspitzung in einem Offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz als alarmierend an. Er schreibt, im Hinblick auf einen Frieden habe sich „die Lage in Europa dramatisch verschlechtert“: „Europa und Russland schlittern in einen offenen Krieg.“Merz müsse umgehend mit Russlands Präsident Wladimir Putin sprechen (ganzer Brief im Wortlaut hier).
Nachdem der Krieg nach der russischen Invasion 2022 zunächst als Materialschlacht und Abnutzungskrieg nach traditionellen Mustern verlaufen war, hat sich der Charakter deutlich verändert. Der russische Vormarsch geht nur noch schleppend voran. Zwischen den Truppenverbänden an der Front liegt ein lückenlos von Drohnen beider Seiten kontrollierter Korridor, den die Russen nur mit heftigsten Verlusten überwinden könnten. Auch die Ukraine kann in diesem Bereich keinen Gegenangriff starten. Russland flog daher massive Luftschläge gegen ukrainische Infrastruktureinrichtungen, vor allem im Energiebereich. Kiew hat daraufhin vor einigen Monaten begonnen, Ziele tief in Russland anzugreifen. Die Ukraine greift russische Häfen und Ölanlagen an. Auch ein Teil der nuklearen Triade wurde durch einen Drohnenangriff beschädigt. Besonders irritiert hat den russischen Präsidenten Waldimir Putin ein Angriff auf seine Valdai-Residenz. » | Michael Maier | Donnerstag, 28. Mai 2026
Jeffrey Sachs dringender Brief an Bundeskanzler Merz befindet sich auch hier.
