Europäische Staats- und Regierungschefs wollen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj offenbar wegen seiner scharfen Kritik an US-Präsident Donald Trump zur Rede stellen. Beim EU-Gipfel am Freitag in Brüssel sollen sie ihn auffordern, seine öffentlichen Angriffe auf den amerikanischen Präsidenten zu mäßigen. Darüber berichtet die Financial Times unter Berufung auf drei mit den Gipfelvorbereitungen vertraute Personen.
Die europäischen Politiker befürchten demnach, dass Selenskyjs Äußerungen die ohnehin schwer belasteten Beziehungen zwischen der Ukraine und den USA weiter beschädigen könnten. Die Botschaft bei dem geplanten Gespräch solle verständnisvoll, aber bestimmt ausfallen.
„Es mag stimmen, aber man muss es nicht immer laut aussprechen“, sagte einer der mit den Vorbereitungen vertrauten Vertreter der Financial Times. Das Zitat macht deutlich, in welchem Dilemma sich die europäischen Verbündeten befinden: Sie wollen die Ukraine weiter unterstützen, zugleich aber eine zusätzliche Konfrontation mit Trump vermeiden. » | Alexander Schmalz | Donnerstag, 15. Oktober 2026
