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Thursday, October 15, 2026

„Muss nicht laut gesagt werden“: EU-Regierungschefs wollen Selenskyj wegen Trump-Kritik zurechtweisen

BERLINER ZEITUNG: Nach schweren Vorwürfen gegen die Trump-Regierung fürchten europäische Politiker um die militärische Unterstützung der Ukraine. Beim Gipfel in Brüssel wollen sie auf Selenskyj einwirken.

Idee für eine BU? Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump bei einem früheren Treffen. | © Alex Brandon/AP

Europäische Staats- und Regierungschefs wollen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj offenbar wegen seiner scharfen Kritik an US-Präsident Donald Trump zur Rede stellen. Beim EU-Gipfel am Freitag in Brüssel sollen sie ihn auffordern, seine öffentlichen Angriffe auf den amerikanischen Präsidenten zu mäßigen. Darüber berichtet die Financial Times unter Berufung auf drei mit den Gipfelvorbereitungen vertraute Personen.

Die europäischen Politiker befürchten demnach, dass Selenskyjs Äußerungen die ohnehin schwer belasteten Beziehungen zwischen der Ukraine und den USA weiter beschädigen könnten. Die Botschaft bei dem geplanten Gespräch solle verständnisvoll, aber bestimmt ausfallen.

„Es mag stimmen, aber man muss es nicht immer laut aussprechen“, sagte einer der mit den Vorbereitungen vertrauten Vertreter der Financial Times. Das Zitat macht deutlich, in welchem Dilemma sich die europäischen Verbündeten befinden: Sie wollen die Ukraine weiter unterstützen, zugleich aber eine zusätzliche Konfrontation mit Trump vermeiden. » | Alexander Schmalz | Donnerstag, 15. Oktober 2026

Monday, March 21, 2022

Israel empört über Selenskyjs Holocaust-Vergleiche

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Mitte März in einem Video auf Facebook | Bild: AP

REDE VOR DER KNESSET

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG: Wolodymyr Selenskyj fordert vor Knesset-Abgeordneten Waffenhilfe für die Ukraine. Registriert wird in Israel aber vor allem ein historischer Vergleich. Der ukrainische Präsident versucht, die Wogen zu glätten.

Wolodymyr Selenskyjs scharfe Kritik an Israel und seine historischen Vergleiche in einer Rede vor den Mitgliedern der Knesset haben in dem Land entschiedenen Widerspruch hervorgerufen. Der ukrainische Präsident hatte sich am Sonntagabend in einer live übertragenen Videoansprache an die Parlamentarier und die Regierung gewandt. Darin geißelte er Israel für seine Weigerung, der Ukraine Waffen wie etwa das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ zur Verfügung zu stellen, um sich gegen die russische Invasion zu wehren.

Auch dass Israel sich den Sanktionen gegen Russland bislang nicht angeschlossen habe und nur beschränkt ukrainische Flüchtlinge aufnehme, kritisierte er. Dies sei die Entscheidung des israelischen Volks, sagte Selenskyj, aber „ihr müsst dann mit eurer Antwort leben“.

Selenskyj behauptete in diesem Zusammenhang, die russische Führung verwende gegenüber der Ukraine die gleiche Sprache wie seinerzeit die Nazis, als sie den Völkermord an den Juden planten. „Ihr erinnert euch gut an die ‚Endlösung‘ der jüdischen Frage“, sagte er, an die israelischen Zuhörer gerichtet. „Hört euch an, was nun in Moskau gesagt wird, hört, wie sie diese Wörter wieder sagen: ‚Endlösung‘. Aber dieses Mal in Bezug auf uns, auf die ukrainische Frage.“ » |Von Christian Meier, Tel Aviv | Montag, 21. März 2022