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Monday, June 08, 2026

Der Kronprinz Mohammed bin Salman wollte Saudi-Arabien neu erfinden: Was ist davon übrig?

BERLINER ZEITUNG: Vor zehn Jahren präsentierte ein 30-jähriger Kronprinz eine Utopie, die Vision 2030: ein Saudi-Arabien ohne Ölabhängigkeit, modern, reich an Touristen und Technologie. Eine Bilanz.

Dieser Screenshot stammt aus diesem Artikel. | Mohammed Bin Salman ist faktisch der Herrscher Saudi-Arabiens und die treibende Kraft der futuristischen Vision 2030. | © Nathan Howard - Pool via CNP/Imago

Die Vision erschien grenzenlos. Als der 30-jährige Mohammed bin Salman im April 2016 in Riad seine Diversifizierungsstrategie vorstellte, klang Saudi-Arabien wie ein Land, das sich selbst neu erfindet: weg vom Öl, hin zu Tourismus, Technologie und Entertainment von Weltklasse. Er nannte das Programm Vision 2030. So der Plan. Rund zehn Jahre später sieht die Realität etwas anders aus.

Mohammed bin Salman – von den Medien gerne MBS genannt – war nicht der älteste Sohn des saudischen Königs Salman, sondern das achte Kind der dritten Ehefrau. Es gelang ihm trotzdem, sich durchzusetzen und in die Rolle des Kronprinzen zu schlüpfen, obwohl er nicht der Erstgeborene war. Als er im Jahr 2015 die Führung übernahm, war er bereits Verteidigungsminister – ohne militärische oder diplomatische Ausbildung.

Was folgte, war eine Zentralisierung der Macht, die das Königreich in seiner modernen Geschichte so noch nicht kannte. Der Journalist Ben Hubbard beschreibt in seiner Biografie über den Kronprinzen detailliert, wie das Luxushotel Ritz-Carlton in Riad über Nacht in ein Hochsicherheitsgefängnis verwandelt wurde. So ließ MBS im November 2017 Hunderte Prinzen und Geschäftsleute im Ritz festsetzen – offiziell eine Antikorruptionskampagne, faktisch die Ausschaltung möglicher Konkurrenz. Wer zahlte, kam frei, wer nicht, der blieb. Schätzungsweise 100 Milliarden Dollar sollen damals den Besitzer gewechselt haben. » | Luise Evers | Sonntag, 7. Juni 2026

Blicken Sie nur auf den Kitsch im Oval Office! Es ist kaum zu fassen, dass ein Präsident diesen Raum so geschmacklos einrichten konnte. Das ist der beste Beweis dafür, dass man Klasse mit Geld nicht kaufen kann. — © Mark Alexander

Monday, July 03, 2023

Saudi-Arabien bestellt schwedischen Botschafter ein

Koranverbrennung in Schweden

ZEIT ONLINE: Wegen der Koranverbrennung in Schweden hat Saudi-Arabien den Botschafter vorgeladen. Zu Toleranz im Widerspruch stehende Handlungen sollten gestoppt werden, hieß es.

Saudi-Arabien hat nach der Koranverbrennung vor einer Moschee in Stockholm den schwedischen Botschafter einbestellt. Mit dem Schritt des saudi-arabischen Außenministeriums solle Schweden aufgefordert werden, Handlungen zu stoppen, die im Widerspruch zu Werten wie Toleranz stünden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Saudi Press Agency.

Das Königreich, in dem die heiligen islamischen Orte Mekka und Medina beheimatet sind, hat den Vorfall vor der Großen Moschee in Stockholm bereits direkt nach dem Vorfall deutlich verurteilt. » | Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, kzi | Montag, 3. Juli 2023

Saturday, July 16, 2022

Biden warnt Kronprinz bin Salman vor künftigen Gewaltakten

Der amerikanische Präsident Joe Biden und der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman am Freitagabend in Dschidda | Bild: AP

US-PRÄSIDENT IN SAUDI-ARABIEN

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG: Eine weitere Tat wie die Ermordung des Regierungskritikers Khashoggi im Jahr 2018 hätte eine „Antwort“ der USA zufolge, sagte Biden dem saudischen Kronprinzen. Dieser weist jegliche Verantwortung von sich.

US-Präsident Joe Biden hat nach eigenen Worten den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman bei ihrem Treffen in Dschiddah vor künftigen Gewaltakten gegen Regierungskritiker gewarnt. Er habe dem Thronfolger deutlich gemacht, dass eine weitere Tat wie der Mord an dem Journalisten und Regierungskritiker Jamal Khashoggi im Jahr 2018 eine „Antwort“ der Vereinigten Staaten zur Folge hätte, sagte Biden am Freitagabend nach seinen Beratungen mit bin Salman in der saudi-arabischen Hafenstadt. Der Mord an Khashoggi habe „an der Spitze“ der Gesprächsthemen gestanden.

Kronprinz Mohammed bin Salman habe jedoch jede Verantwortung zurückgewiesen. „Er sagte im Grunde, dass er nicht persönlich dafür verantwortlich sei. Ich deutete an, dass ich glaube, er ist es“, sagte Biden am Freitag bei einem Besuch in Saudi-Arabien. Er habe das Thema direkt zu Beginn des Treffens mit der saudischen Führung „glasklar“ angesprochen. „Ich bereue nichts, was ich gesagt habe. Was mit Khashoggi passiert ist, war empörend“, so Biden. » | Quelle: dpa/AFP | Freitag, 15. Juli 2022

Monday, April 21, 2008

Saudi Arabien: Todesstrafe gegen Türken wegen Gotteslästerung

WELTONLINE: Ein Wutanfall in Saudi-Arabien könnte einem türkischen Friseur das Leben kosten. Nach einem Streit war er ausgerastet und hatte über Gott und den Propheten Mohammed geschimpft. Zwei Zeugen zeigten ihn wegen Blasphemie an. Ein Gericht verurteilte den 31-jährigen Handwerker zum Tod durch das Schwert.

In Saudi-Arabien sitzt ein türkischer Friseur in der Todeszelle, weil er in einem Wutanfall auf Gott und den Propheten Mohammed geschimpft hat. Die Zeitung „Arab News“ berichtete, ein Berufungsgericht in der Stadt Mekka werde kommende Woche über den Fall von Sabri Bogday (31) entscheiden, der Ende März von einem Gericht in Dschidda wegen Gotteslästerung zum Tod durch das Schwert verurteilt worden war. Ein ägyptischer Schneider und ein saudischer Zeuge hatten ihn, nachdem er mit dem Ägypter gestritten hatte, wegen Blasphemie angezeigt.

Die Zeitung berichtete, Bogday habe während einer ersten Anhörung vor Gericht zugegeben, in seinem Friseursalon geflucht und dabei Gott und den Propheten beleidigt zu haben. Später soll er dies jedoch bestritten haben.

Der türkische Friseur, der seit 13 Monaten im Gefängnis sitzt, lebt bereits seit elf Jahren in Saudi-Arabien. Seine Frau erklärte gegenüber türkischen Medien, ihr Ehemann kenne die Gesetze des islamischen Königreiches sehr genau. Er hätte deshalb niemals in der Öffentlichkeit auf Gott geschimpft. Der ägyptische Schneider, der nicht vor Gericht erschienen sei, habe gelogen, erklärte sie. Das türkische Außenministerium hatte in der vergangenen Woche erklärt, es kümmere sich um den Fall des Friseurs.

In Saudi-Arabien wurden im vergangenen Jahr 143 Menschen auf Geheiß eines Richters enthauptet. Die Todesstrafe wird in dem islamischen Land meist wegen Mordes oder Drogenschmuggels verhängt. [Quelle: Todesstrafe gegen Türken wegen Gotteslästerung]

ARAB NEWS:
Blasphemy Case Moves to Appeals Court: No chance of a pardon because the ruling was “hadd” (based on Qur’an and Sunnah) >>> By Ebtihal Mubarak

The Dawning of a New Dark Age (Taschenbuch)
The Dawning of a New Dark Age (Gebundene Ausgabe)