TAGESSPIEGEL: Ein Anschlag mitten ins Herz der Regenbogen-Hauptstadt, Berlin erwacht in Schockstarre. Die Antwort darauf muss hart und klar sein – ebenso wie laut und bunt.
Der Kontrast könnte härter nicht sein. Ein ausgelassenes Fest, Hunderttausende Menschen feierten am Sonnabend bei schönstem Sommerwetter den Christopher Street Day in Berlin. Eine Stadt voller Regenbogenflaggen und fröhlich tanzender Menschen. Berlin zeigte der Welt mal wieder sein buntestes Gesicht: weltoffen, schillernd, freizügig, queer. Um kurz nach 22 Uhr war diese Welt eine andere.
Ein Anschlag mitten ins Herz der Regenbogen-Hauptstadt. Noch in der Nacht zu Sonntag verdichteten sich die Hinweise, dass es wohl kein Unfall war. Ein mutmaßlich islamistischer Täter raste mit einem weißen Mini-Transporter in die Menge. Eine Frau starb, 29 weitere wurden teilweise schwer verletzt.
Alles deutet auf einen bewussten Anschlag hin. Ein Anschlag auf den Ort, an dem Berlin die Freiheit feiert, wie nirgendwo sonst. Wo Menschen aus aller Welt kommen, weil sie hier genau so sein können, wie sie sind. Dafür ist Berlin bekannt, geliebt, geachtet.
Und von manchen: verachtet.
Menschen, die es nicht aushalten, dass hier leicht bekleidete Frauen Hand in Hand laufen, Männer sich küssen, zu zweit, zu dritt, alles ist erlaubt. Ein Fest der Liebe in all ihren fröhlichen Facetten. » | Ein Kommentar von Anke Myrrhe | Sonntag, 26. Juli 2026
