Monday, June 15, 2026

Schwuler Katarer zum WM-Spiel seines Heimatlandes: „Ich werde den ganzen Tag von Sicherheitspersonal begleitet“

Dieses Foto stammt aus diesem Artikel im Tagesspiegel.

TAGESSPIEGEL: Nas Mohamed floh aus Katar, weil er schwul ist, und lebt heute in San Francisco. Nun spielt sein Heimatland dort bei der WM. Vor dem ersten Spiel erzählte er, warum er im Stadion ein Zeichen setzen will.

Nas Mohamed, Sie sind aus Katar geflohen, weil Sie schwul sind und Queersein dort kriminalisiert ist. Wie fühlt es sich an, dass das Land jetzt bei der WM in Ihrer neuen Heimat San Francisco gegen die Schweiz spielt? Es gibt einen wütenden Teil in mir, einen verletzten, einen ängstlichen und einen traurigen. Die katarische Nationalmannschaft ist hier und spielt ausgerechnet im Pride-Monat. Aber ich versuche, mich nicht von meinen Gefühlen leiten zu lassen. Wenn ich das tue, traue ich mich nicht mehr, meine Wohnung zu verlassen, weil es einfach zu schwer ist.

Die Leute verstehen nicht, wie viel Gewicht auf mir lastet. Katar ist ein Land, das Homosexualität kriminalisiert, und ich bin so weit geflohen, wie ich nur konnte. In San Francisco werde ich dafür gefeiert, offen schwul zu sein. Aber ich bin der einzige Katarer, der öffentlich gemacht hat, schwul zu sein – in Katar weiß man genau, wer ich bin. » | Von Inga Hofmann | Samstag, 13. Juni 2026