TAGESSPIEGEL: Herbe Kriegsverluste, interne Kritik und schwächelnde Wirtschaft: Der Kremlchef wirkt so schwach wie selten zuvor. Experten analysieren, ob sich ein Putsch abzeichnet.
Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage fehlte Elwira Nabiullina bei einem wichtigen Wirtschaftstreffen des Kremls. Am vergangenen Mittwoch beriet sich Wladimir Putin mit Regierungsmitgliedern über mögliche Zinssenkungen – eine Sitzung, bei der die Chefin der russischen Zentralbank eigentlich hätte dabei sein müssen.
Das befeuerte in Russland sofort Spekulationen: Hatte Präsident Putin beschlossen, die Zentralbankchefin zu entmachten? Immerhin soll sie es Berichten zufolge gewagt haben, die Priorisierung der Kriegswirtschaft zu kritisieren.
Kremlsprecher Dmitri Peskow sah sich gezwungen, die Gerüchte öffentlich zu dementieren: Nabiullina sei krankgeschrieben, es gebe „keinen Anlass für Verschwörungstheorien“, sagte er vergangenen Donnerstag. Doch das täuscht nicht darüber hinweg, dass Putins Russland an einem kritischen Punkt steht: Die Inflation und Internetsperren schüren Unmut in der Bevölkerung. Auch der Angriffskrieg gegen die Ukraine verläuft nicht nach Plan. » | Maria Kotsev | Redakteurin | Dienstag, 16. Juni 2026