Saturday, May 02, 2026

Nur noch 13 Prozent der jüdischen Gemeinden sehen eine gute Zukunft in Deutschland

BERLINER ZEITUNG: Jüdische Gemeinden sehen sich zunehmend im Stich gelassen - und ein proiranisches Terror-Netzwerk bedroht jüdische Einrichtungen in ganz Europa.

Da es in den vergangenen Monaten in Deutschland vermehrt zu antisemitischen Bedrohungen und Anschlägen gekommen ist, sehen nur noch 13 Prozent der jüdischen Gemeinden die Zukunft für jüdisches Leben im Land positiv. Das ist dem Lagebild der Jüdischen Gemeinden 2026 zu entnehmen, das der Zentralrat der Juden am Freitag veröffentlichte.

Demnach haben zwei Drittel der Befragten auch durch die Waffenruhe in Gaza keine Erleichterung der Sicherheitslage gespürt. 68 Prozent der jüdischen Gemeinschaft nehmen das Leben in Deutschland als unsicherer wahr als vor dem 7. Oktober 2023. Die Solidarität mit Jüdinnen und Juden in Deutschland ist laut der Erhebung deutlich zurückgegangen – von 62 Prozent im Jahr 2023 auf heute nur noch 35 Prozent. „Diese Zustände sind unhaltbar“, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster. Er mahnte zudem, der Antisemitismus habe sich als Teil des öffentlichen Raums normalisiert. » | Luise Evers | Samstag, 2. Mai 2026