Thursday, April 23, 2026

Rauchverbot für ganze Jahrgänge: Großbritanniens radikaler Kurs und seine rechtlichen Grenzen

BERLINER ZEITUNG: Das in Großbritannien beschlossene Tabak- und Vaping-Gesetz sorgt für Kritik. Zu komplex in der Umsetzung und ein möglicher Eingriff in die individuelle Freiheit.

Während die EU über Einschränkungen sozialer Medien für Kinder und Jugendliche diskutiert und in Deutschland über die Wehrpflicht debattiert wird, nimmt in Großbritannien ein weitreichendes Gesetz zum Umgang mit Rauchen Gestalt an.

Das sogenannte Tabak- und Vaping-Gesetz wurde am Dienstag in London verabschiedet und verbietet Personen, die ab dem 1. Januar 2009 geboren wurden, dauerhaft den Erwerb von Tabakprodukten sowie E-Zigaretten. Ab dem ersten Januar 2027 tritt das Gesetz in Kraft und soll mit jedem weiteren Jahr auf weitere Jahrgänge übergreifen.

Ziel soll es sein, eine sogenannte rauchfreie Generation zu bewirken. Beide Kammern des britischen Parlaments haben dem Gesetz zugestimmt, mit dem Argument, dadurch eine Entlastung des staatlichen Gesundheitssystems zu bewirken. Rauchen ist laut ADAC in Großbritannien mit etwa 80.000 Toten im Jahr die häufigste „vermeidbare“ Todesursache, die die britische Wirtschaft zudem etwa 17 bis 18 Milliarden Pfund durch Arbeitsausfälle und Behandlungskosten kostet. Darüber hinaus wird das Rauchverbot auf Außenbereiche wie Spielplätze sowie Außenflächen von Schulen und Krankenhäusern ausgeweitet. » | Vassiliki Mantziou | Donnerstag, 10. April 2026