BERLINER ZEITUNG: Geopolitische Spannungen und Trumps Grönland-Drohungen beschleunigen Islands Pläne zur Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche.
Die isländische Regierung prüft offenbar, die geplante Volksabstimmung über die Wiederaufnahme von EU-Beitrittsgesprächen deutlich vorzuziehen. Statt wie ursprünglich angekündigt bis 2027 könnte das Referendum bereits im August stattfinden, berichtet Politico unter Berufung auf zwei mit den Vorbereitungen vertraute Personen. Das isländische Parlament werde voraussichtlich in den kommenden Wochen den Termin bekannt geben.
Hintergrund der Beschleunigung rund um einen möglichen EU-Beitritt sind wachsende geopolitische Unsicherheiten. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat Zölle auf isländische Importe erhoben, und Trumps wiederholte Drohungen, Grönland zu annektieren, haben in dem kleinen Inselstaat für Unruhe gesorgt.
Billy Long, Trumps Botschafternominierung für Island, scherzte zudem kürzlich öffentlich, das Land werde der 52. US-Bundesstaat – mit ihm selbst als dessen Gouverneur. „Ich denke, dass Island viermal in einer Trump-Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos erwähnt wurde, hat die Aufmerksamkeit geschärft“, sagte ein EU-Beamter gegenüber Politico. Das müsse „für ein kleines Land beunruhigend sein“. Vermutlich hatte es sich dabei jedoch um Versprecher Trumps gehandelt. » | Sophie Barkey | Montag, 23. Februar 2026