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Thursday, August 15, 2013

Kairos neue Militärherrscher sind schlimmer als Mubarak


DIE PRESSE: Die Indifferenz des Westens gegenüber dem Putsch haben die Generäle als Freibrief für ein Blutbad verstanden. Liberale Kräfte ließen sich zum Feigenblatt degradieren.

An Zynismus ist das schwer zu überbieten: Da töten die ägyptischen Sicherheitskräfte hunderte Anhänger der Muslimbruderschaft, und ein führendes Mitglied der Übergangsregierung – zivile Marionette der Militärherrscher – lobt die „Zurückhaltung“ bei der „Räumung“ der Protest-Camps. Das ist freilich nicht nur zynisch, sondern auch eine wohlkalkulierte Drohung an die Adresse der Islamisten: Glaubt bloß nicht, dass das Blutbad vom Mittwoch alles war, wozu wir fähig und willens sind. Bei den Muslimbrüdern wird man das schon richtig verstanden haben. Und wie ihre gewaltsamen Reaktionen zeigten, waren sie nicht bereit, auch noch die andere Wange hinzuhalten.

Es war ein Massaker mit Ansage: Zuerst holte sich Armeechef Abdel Fattah al-Sisi ein „Mandat“ der Straße, um gegen die Sit-ins vorzugehen, mit denen die Islamisten gegen den Sturz ihres Präsidenten Mohammed Mursi protestierten. Einige Tage spiegelte al-Sisi Kompromissbereitschaft vor, empfing westliche Politiker, nur um deren Vermittlung bald für „gescheitert“ zu erklären. Von da an war die Frage nicht mehr, ob die Sicherheitskräfte zuschlagen würden, sondern nur mehr, wann und wie brutal. Das Ausmaß – noch am Donnerstag stiegen die Opferzahlen stündlich – hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen. » | Helmar Dumbs | Die Presse | Freitag, 16. August 2013 (Print-Ausgabe)

Thursday, April 25, 2013


Viele Griechen wünschen sich Militärdiktatur zurück

DIE WELT: "Damals war Ordnung, man hatte Arbeit": Fast jeder dritte Grieche sehnt sich nach der Militärdiktatur zurück. Experten warnen vor explosiven Stimmungen und "selbst erfüllenden Prophezeiungen".

Am 21. April jährte sich der Beginn des griechischen Militärputsches von 1967. Aus diesem Anlass fragten Meinungsforscher griechische Bürger, wie sie die Zeit der Militärdiktatur 1967-1974 sehen. Das Ergebnis sorgte für mediale Erregung: 30 Prozent der Befragten gaben an, mit Sehnsucht an jene Zeit zu denken. 59 Prozent fanden, damals sei man sicherer gewesen, und 46 Prozent sagten, in der Diktatur sei die Lebensqualität höher gewesen.

Alles in allem findet offenbar jeder dritte Grieche die Jahre der Obristen-Herrschaft samt Folter und Willkürjustiz besser als das heutige Griechenland. Aber was genau war damals besser? "Die Welt" begab sich auf die Suche und fragte Athener Bürger, wie sie über die Junta und auch über das Ergebnis der Meinungsumfrage denken. Es dauerte nicht lange, Junta-Nostalgiker zu finden. Ihre Namen wollten die meisten freilich nicht nennen. » | Von Boris Kálnoky und Dimitra Moutzouri | Mittwoch, 24. April 2013