Die Vision erschien grenzenlos. Als der 30-jährige Mohammed bin Salman im April 2016 in Riad seine Diversifizierungsstrategie vorstellte, klang Saudi-Arabien wie ein Land, das sich selbst neu erfindet: weg vom Öl, hin zu Tourismus, Technologie und Entertainment von Weltklasse. Er nannte das Programm Vision 2030. So der Plan. Rund zehn Jahre später sieht die Realität etwas anders aus.
Mohammed bin Salman – von den Medien gerne MBS genannt – war nicht der älteste Sohn des saudischen Königs Salman, sondern das achte Kind der dritten Ehefrau. Es gelang ihm trotzdem, sich durchzusetzen und in die Rolle des Kronprinzen zu schlüpfen, obwohl er nicht der Erstgeborene war. Als er im Jahr 2015 die Führung übernahm, war er bereits Verteidigungsminister – ohne militärische oder diplomatische Ausbildung.
Was folgte, war eine Zentralisierung der Macht, die das Königreich in seiner modernen Geschichte so noch nicht kannte. Der Journalist Ben Hubbard beschreibt in seiner Biografie über den Kronprinzen detailliert, wie das Luxushotel Ritz-Carlton in Riad über Nacht in ein Hochsicherheitsgefängnis verwandelt wurde. So ließ MBS im November 2017 Hunderte Prinzen und Geschäftsleute im Ritz festsetzen – offiziell eine Antikorruptionskampagne, faktisch die Ausschaltung möglicher Konkurrenz. Wer zahlte, kam frei, wer nicht, der blieb. Schätzungsweise 100 Milliarden Dollar sollen damals den Besitzer gewechselt haben. » | Luise Evers | Sonntag, 7. Juni 2026
Blicken Sie nur auf den Kitsch im Oval Office! Es ist kaum zu fassen, dass ein Präsident diesen Raum so geschmacklos einrichten konnte. Das ist der beste Beweis dafür, dass man Klasse mit Geld nicht kaufen kann. — © Mark Alexander
