Monday, August 22, 2022

Act Up - Ein Überlebenskampf | Nach einer wahren Geschichte | ARTE

Aug 21, 2022 Frankreich, 80er Jahre: Als sich Aids rapide ausbreitete, sagte eine Handvoll homosexueller Aktivist:innen HIV den Kampf an. Durch ihre spektakulären und provokanten Aktionen ging "Act Up" mit den Bremsern von Aids-Aufklärung und -Prävention in Politik und Gesellschaft hart ins Gericht. Eine anregende Lektion in Sachen Aktivismus.

In den 80er Jahren, als Aids sich in Frankreich rapide ausbreitete, organisierte sich eine Handvoll Aktivistinnen und Aktivisten und gründete Act Up-Paris. Nach dem Vorbild des „großen Bruders“ – des 1987 gegründeten US-amerikanischen Interessenverbandes Act Up – trat die Vereinigung für die Verteidigung der Rechte aller HIV-Positiven oder an Aids erkrankten Menschen ein. Die Aktivistinnen und Aktivisten kämpften hartnäckig und mit vollem Engagement: Sie verbreiteten sachliche Informationen über die Krankheit, die alle Menschen – unabhängig von sexueller Orientierung – ereilen kann. Außerdem rangen sie um die Behandlung der Kranken und setzten sich unter hohem Zeitdruck für die Aids-Prävention ein.

Die kleine Act Up-Armee schreckte vor nichts zurück und setzte auch auf zivilen Ungehorsam: So warf sie beispielsweise als Protest gegen die Zensur mit Kunstblut gefüllte Wasserbomben. Zielscheiben ihrer Kritik waren die Kirche, die den Gebrauch von Kondomen ablehnte, Politiker, die eine echte Aufklärungskampagne verzögerten, und Forschungslabore, die offenbar nur an ihren Profit dachten. Act Up-Paris provozierte mit plakativen Slogans und legendär gewordenen PR-Aktionen, etwa dem Entrollen eines pinkfarbenen Riesenkondoms über dem Obelisken der Place de la Concorde.

Mit Auszügen aus Robin Campillos Spielfilm „120 BPM“ und Archivmaterial der damaligen Zeit vergegenwärtigt die Dokumentation die unglaubliche Energie, die den Aktivistinnen und Aktivisten von Act Up-Paris zu eigen war.

Dokureihe (F 2021, 27 Min)
Video auf YouTube verfügbar bis 17/02/2023