Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton äußert sich im Gespräch mit Sandra Maischberger besorgt über eine tiefe Kluft zwischen Europa und den Vereinigten Staaten, die durch die Politik von Präsident Trump entstanden sei. Europäische Staats- und Regierungschefs hätten auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Realität dieser Spaltung erkannt und müssten nun geeint handeln, so Clinton. Die Rede des US-Außenministers Marco Rubio sieht sie als weniger konfrontativ als die von J.D. Vance im Vorjahr, doch die Botschaft, dem "MAGA-Pfad" zu folgen, bleibe bestehen. Clinton warnt Europa vor dem Einfluss rechter Gelder und russischer Einflussnahme auf politische Parteien und Kandidaten.
Mit Blick auf die Ukraine warnt Clinton vor einem erzwungenen, unsicheren und ungerechten Frieden. Sie fordert eine bessere Ausstattung der Ukraine mit Langstreckenraketen und Luftabwehrsystemen, um Putin zu einem besseren Abkommen zu zwingen. Trumps Rückzug der amerikanischen Unterstützung für die Ukraine sei „eine Schande“ und eine Abkehr von westlichen Werten.
Hinsichtlich der nuklearen Bedrohung äußert Clinton Bedenken über Trumps Wunsch, Atomwaffentests wieder aufzunehmen, nachdem der New Start-Vertrag ausgelaufen ist. Sie fordert die Europäer auf, sich aktiv in die Gespräche mit Trump einzubringen, um globale Auswirkungen zu verhindern.
Zur US-Innenpolitik sagt Clinton, dass die USA nach Donald Trumps Amtszeit möglicherweise keine stabile Demokratie mehr sein könnten, falls er weiterhin die Rechtsstaatlichkeit ignoriert und Institutionen schwächt. Sie betont die Bedeutung der bevorstehenden Kongresswahlen 2026 und der Präsidentschaftswahlen, um Trumps Macht einzudämmen. Clinton schließt eine erneute Kandidatur aus, zeigt sich aber optimistisch hinsichtlich der sinkenden Beliebtheitswerte des US-Präsidenten.
Auf die Frage nach den Jeffrey Epstein-Akten vermutet Clinton, die aktuelle Regierung versuche, Informationen zu verbergen, um Präsident Trump zu schützen. Sie selbst sei bereit, öffentlich auszusagen, um Transparenz zu schaffen. Sie selbst habe Epstein „nie getroffen“, so Clinton.