Saturday, January 10, 2026

Papst Leo XIV. warnt vor schwindender Meinungsfreiheit im Westen – und wachsender Kriegsbegeisterung

BERLINER ZEITUNG: Papst Leo warnt in einer Grundsatzrede vor einer „neuen Sprache im Orwell-Stil", die im „Versuch, immer inklusiver zu sein“, jene ausschließe, die sich den dahinterstehenden Ideologien nicht anpassten.

Der erste US-amerikanische Papst, Leo XIV., hat in seiner ersten außenpolitischen Grundsatzrede am Freitag vor Diplomaten im Vatikan ein düsteres Bild der Weltlage gezeichnet und eine schrumpfende Meinungsfreiheit kritisiert. „Es ist schmerzlich zu sehen, wie insbesondere im Westen der Raum für echte Meinungsfreiheit rapide schrumpft“, erklärte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag vor 184 beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschaftern.

Gleichzeitig entwickele sich „eine neue Sprache im Orwell-Stil, die im Versuch, immer inklusiver zu sein, am Ende jene ausschließt, die sich den Ideologien, die sie antreiben, nicht anpassen“, so der Papst weiter mit Blick auf den berühmten Autor George Orwell und seinen dystopischen Roman „1984“. Gemeint ist eine manipulative Sprache, die Denken lenken oder einschränken soll. „Sprache wird immer mehr zur Waffe, um zu täuschen oder Gegner zu treffen und zu beleidigen", sagte der aus Chicago stammende Pontifex nun in seiner 43-minütigen Ansprache. » | Sophie Barkey | Samstag, 10. Januar 2026