BERLINER ZEITUNG: Das Interesse am Ukraine-Krieg nimmt in Russland ab, doch die Unterstützung bleibt hoch. Lewada-Umfragen zeigen: Politische Apathie stabilisiert Putins Kurs.
Den jüngsten Umfragen des unabhängigen russischen Meinungsforschungsinstitutes Lewada-Zentrum zufolge stagniert das Interesse der russischen Bevölkerung am Kriegsgeschehen in der Ukraine seit dem Höchstwert von 66 Prozent im September 2022 bei rund 50 Prozent. Im Januar 2026 verfolgten nur noch 45 Prozent der Befragten (13 Prozent „sehr aufmerksam“ und 32 Prozent „ziemlich aufmerksam“) das Kriegsgeschehen.
Auch die Unterstützung der sogenannten Spezialmilitäroperation bleibt nach wie vor auf einem hohen Niveau. Demnach befürworten im Januar 76 Prozent der Befragten das Vorgehen der russischen Streitkräfte in der Ukraine; davon 43 Prozent „definitiv ja“ und 33 Prozent „eher ja“. Gleichzeitig bleibt die Zahl derjenigen, die den Kriegshandlungen gegenüber eine ablehnende Haltung zeigen, mit 16 Prozent deutlich unter der 20-Prozent-Marke. Selbst wenn man 8 Prozent der Befragten mit „keiner Antwort“ zu den Kriegsgegnern hinzurechnet, bleibt die Zahl der skeptisch eingestellten Personen unter 25 Prozent. Im Übrigen wurde die höchste Negativstimmung unmittelbar nach dem Ausbruch der Kampfhandlungen Ende Februar 2022 mit 23 Prozent (sowie 9 Prozent „keine Antwort“) gemessen. » | Alexander Dubowy | Dienstag, 10. Februar 2026