Monday, February 03, 2014

Streit um Siedlungen: Israel debattiert über Boykottdrohungen


NEUE ZÜRCHER ZEITUNG: Die seit langem schwelende Diskussion über Boykottaufrufe gegen Israel hat in jüngster Zeit Auftrieb erhalten. Die Wirkung eines solchen Protests gegen die Siedlungspolitik ist umstritten. In der Regierung macht sich jedoch Nervosität breit.

Gegen Israel gerichtete Boykottaufrufe haben in Israel in den letzten Wochen Schlagzeilen gemacht. Zeitungen und auch das Fernsehen widmeten sich dem Thema ausführlich. Am Wochenende heizte eine Verstimmung zwischen Israel und den USA die Debatte erneut an. Der amerikanische Aussenminister Kerry erwähnte die Boykottaufrufe gegen Israels Siedlungspolitik, als er vor Konsequenzen eines Scheiterns der Verhandlungen mit den Palästinensern warnte, um deren Gelingen er sich intensiv bemüht. Mitglieder der israelischen Regierung kritisierten Kerry scharf. Wirtschaftsminister Bennett sagte, Amerika müsse Israel zur Seite stehen, statt Boykottforderungen eine Plattform zu bieten. Das amerikanische Aussenministerium liess verärgert verlauten, Kerry lehne einen Boykott ab. Er habe lediglich vor möglichen Gefahren gewarnt. » | Monika Bolliger, Tel Aviv | Montag, 03. Februar 2014