Am 20. November 1979 stürmten islamistische Terroristen beim Morgengebet die große Moschee in Mekka und nahmen hunderte Menschen als Geiseln. Was passierte damals an einer der heiligsten Stätten des Islam?
Das Datum war speziell: Es war der erste Tag des Jahres 1400 nach islamischer Zeitrechnung, ein neues Jahrhundert brach also an. An diesen Tag knüpften sich gewisse Erwartungen, welche die Rebellengruppe ausnutzte. Angeführt wurde sie von dem fundamentalistischen sunnitischen Prediger Dschuhaiman al Utaibi. Während Hunderte seiner Anhänger die Moschee unter ihre Kontrolle brachten, ergriff er das Mikrofon und hielt eine Ansprache. Darin verkündete er, dass der Mahdi – eine Art Messias – in Form des Studenten Muhammad al Qahtani gekommen sei und die Welt in Gerechtigkeit führen werde. Gleichzeitig kritisierte er das saudische Königshaus für die Einführung bestimmter Neuerungen wie Fernsehen, Fußball, Arbeit von Frauen, königliche Auslandsreisen und die Präsenz von Ausländern in Saudi-Arabien. Dschuhaiman sah darin einen „Abfall vom Islam“ und forderte das Ende der königlichen Herrschaft. » | von Marie Illner | Mittwoch, 20. November 2019